Testbericht:
Konger Streeto XUL1852

Vorwort

Nach dem die Streeto L2202 bereits ausgiebig getestet wurde und bereits ihren eigenen Testbericht auf BiteTime erhalten hat, wollen wir uns in diesem Artikel der nächsten Rute aus der Konger Streeto-Serie widmen, nämlich der Konger Streeto XUL1852.

Die XUL1852 ist sogleich die leichteste Rute der Serie und eignet sich laut Hersteller für das ultra leichte Spinnfischen auf kleinere Räuber. Wie gut sich die Rute in dieser Disziplin schlägt, erfahrt ihr im Laufe dieses Testberichts. Wie immer wünsche ich: viel Spaß beim Lesen 😎 !

D A T E N B L A T T
Hersteller: Konger
Serie: Streeto
Modellbezeichnung: XUL1852
Typ: Spinning
Länge: 1,85m (6,1′)
Transportlänge: 96cm – zweiteilig
Power: UL – Ultra Light
Taper: Fast
Wurfgewicht: 0,5-6g
Blank: Nanocarbon Core
Beringung: Sea Guide SiC
Anzahl Ringe: 9
Griffmaterial: EVA
Gesamtgewicht: ca. 84g
Preis: ca. 89 Euro

Look & Feel

Die Streeto XUL1852 sieht genauso aus wie die anderen Spinnruten der Serie, lediglich der Blank ist selbstverständlich filigraner und auch der Griff etwas kurzer gestaltet. Ich könnte jetzt einfach die Beschreibung der L2202 an diese Stelle kopieren, aber da ich kein Freund von doppeltem Content bin, könnt ihr euch die Gestaltung der Rute gerne im anderen Testbericht der L2202 durchlesen. Ansonsten dürften die nachfolgenden Bilder mit Sicherheit auch ausreichen.

Sehr positiv zeigt sich (fast schon wie immer) die Verarbeitungsqualität bei Konger. Ähnlich wie die L2202 kam auch mein Exemplar der XUL1852 frei von Mängeln zu mir nachhause. Das verstärkt meinen Eindruck, dass bei der Streeto-Rutenserie wirklich sauber gearbeitet und auch die Endkontrolle entsprechend penibel durchgeführt wurde.

Die Streeto XUL1852 schlägt mit einem Gesamtgewicht von nach gewogenen 84g zu Buche, was für eine 1,85m lange UL-Rute in Ordnung ist, aber damit spielt sie in Zeiten der z.B. neuen Streeto Air nicht in der obersten Liga der Fliegengewichte mit. Der von mir bereits hochgelobte Fuji SKSS/ASH Skeleton Rollenhalter ist natürlich auch bei der UL-Angelei eine gelungene Wahl – denn vor allem dort wo kleine Fische zu erwarten sind, macht sich eine sensible Bisserkennung, welche der Rutenhalter verstärkt, sehr gut. Kein Fuji findet man bei den Ringen, allerdings konnte ich jetzt auch nach ausgiebigen Einsätzen meiner beiden Streeto-Ruten keinerlei Nachteile bei der SeaGuide SiC-Beringung ausmachen. Was mir bei der Beringung der XUL1852 allerdings nicht so gut gefällt, ist die Größe der Ringe. Hier hätte man durch das Anbringen von Micro-Guides sicherlich noch einiges an Rutenperformance über die dadurch beeinflusste Aktion herausholen können. Ist vielleicht auch Geschmackssache, denn manch einer mag die etwas größeren Ringdurchmesser auch als Vorteil ansehen – aber sei es wie es will. Der Nanocore-Blank der Streeto Serie zeigt sich bei dem kleinsten Modell nicht so hochauflösend: die Bisse kommen zwar klar rüber, allerdings ist die Rückmeldung bei 1-3g schweren Gewichten nur unter Optimalbedingungen spürbar. Bei den anderen Streeto-Modellen war die Rückmeldung des Köders gefühlt besser, allerdings kann diese Gegebenheit auch an der Leichtigkeit der UL-Köder liegen. Im Zweifelsfall immer auf die Schnur schauen, denn hängt diese durch ist der Köder am Grund angekommen.

Weitere Detailangaben:

  • Der Blankdurchmesser nach dem Spitzenring beträgt 1,1mm
  • Der Blankdurchmesser unmittelbar vor dem oberen Griffstück beträgt 8,2mm
  • Das obere Griffstück des Spligriffs ist 11,5cm lang
  • Das untere Griffstück (Stummel) des Splitgriffs ist 4,5cm lang
  • Die Gesamtlänge des Splitgrips beträgt 33cm

Direkt nach dem Auspacken der Konger Streeto XUL1852 im heimischen Wohnzimmer war mir klar, dass es sich dabei auf jeden Fall um eine waschechte Ultra-Light-Spinnrute handelt. Die spitzenbetonte Aktion, welche unter Last ins „Semi-Parabolische“ übergeht und somit als progressiv zu beschreiben ist, lässt auf erste Allround-Stärken schließen. Auch das Wurfgewicht scheint der Realität sehr nahe zu kommen – Fakten, welche letztendlich die Praxis belegen soll 🙂 …

*** Platzhalter für Fotos der Biegekurve ***

In der Praxis

Ach, die UL-Spinnerei ist schon eine herrliche Art zu Angeln. Kleine Fische machen auf einmal Spaß und die richtige Bissfrequenz ist fast an jedem Gewässer und in jeder Situation gegeben. Dazu kommt das leichte Gerät, welches für ein ermüdungsfreies Fischen sorgt. Und für mich hat sich durch die Streeto XUL noch eine weitere, kleine Bereicherung ergeben: endlich kann ich eine 1000er Shimano fischen!

Meine Wahl viel dabei auf die Shimano Exage 1000 FD aus dem P4-Konzept. Die Exage ist für mich – nach oder mit der Sedona FE – die günstigste Shimanorolle, welche sich spürbar von anderen Herstellern abhebt. Meiner Meinung nach einfach aus dem Grund, da man bei anderen Herstellern bei Rollen unter 50€ noch etwas mehr geboten bekommt. Anders formuliert: bei mir persönlich beginnt das Shimanorollen-Lineup erst mit der Exage :-P. Aber das sollte bei der Bewertung der Rolle keine Rolle spielen (Achtung: Wortwitz). Die Exage überzeugt durch eine niedere Übersetzung, welche bei der ultra leichten Angelei sehr wichtig ist, um den Köder entsprechend langsam präsentieren zu können und durch eine sehr gute Bremse. Desweiteren ist eine Alu-Ersatzsspule im Lieferumgfang enthalten. Last but not Least passt sie für meinen Geschmack optisch ganz hervorragend zur Streeto-Serie 😎 …

Als Hauptschnur kommt standardmäßig die Daiwa J Braid in 0,06mm mit 5KG angegebener Tragkraft zum Einsatz. Generell von Vorteil ist es bei UL, wenn feine, dünne und rundgeflochtene Schnüre verwendet werden. Die Vorteile sind weitere Wurfweiten, eine verbesserte Köderpräsentation und die leichten Ruten lassen es einfach auch zu, solche Schnüre zu fischen.

Mit einer Länge von 1,85m ist die Streeto XUL eher für den Ufer- und Nahbereich von Stillgewässern oder das Fischen in bewachsenen, kleinen Bächen geeginet. Die Wurfweite ist bedingt durch die kleinen Köder und Gewichte beim UL-Spinnfischen relativ moderat, dennoch läd sich die Rute für ihr Einsatzspektrum sehr gut auf, wodurch doch ganz ordentliche Distanzen erreicht werden können.

Während die anderen von mir gefischten Ruten aus der Streeto-Serie primär eher als reinrassige Softbait-Ruten taugen, zeigt sich die XUL1852 ziemlich „allroundig“ und ist damit vielseitig einsetzbar. Neben diversen Finesse-Methoden und dem klassischem UL-Jiggen mit Gummiködern, habe ich auch Hardbaits und sogar „Blech“ erfolgreich an ihr getestet. Vorab: Sollte jemand eine dedizierte UL-Spinnrute ausschließlich für Finesse-Rigs und anderen Gummi-Methoden suchen, ist er mit einer Spinnrute mit SolidTip und einem kräftigeren Rückgrad eventuell besser bedient, als mit der hier vorgestellten Streeto. Denn diese erwies sich – wie bereits angedeutet – als wahres Multitalent und lässt sich meiner Meinung nach weder als reine Gummi-, noch als Hardbaitrute deklarieren.

Zunächst ist das Wurfgewicht mit 0,5-6g sehr gut getroffen, wobei ich mir bei der unteren Grenze nicht vorstellen kann, dass diese wirklich jemand bedient 😀 … Jigköpfe, Cheburashka und Bullets von 1-3g am 1,5 bis 2,5 Inch Trailer können zielführend an der Rute gefischt werden. Kleine Hardbaits, wie z.B. der Storm Gomoku Minnow Mini Wobbler (3,5cm bei 2g), Minnows bis max. 5cm oder Mini-Cranks, sind kein Problem für die Rute. Sogar kleine Spinner von Mepps in Größe 0 und 1 habe ich erfolgreich an ihr getestet.

Neben unzähligen kleinen Barschen, die allesamt auf die bunte Köderpalette hereingefallen sind, vergriff sich auch ein 40er Esox an einem der Kleinstködern. Auch wenn so ein Hecht natürlich unter dem Begriff „Schniepel“ läuft, hat er die Rute schon gut gefordert. Großfischpotential bietet die Rute nicht, selbst Ausnahmebeifänge größerer Dimension werden einem viel Drillkönnen abverlangen, aber um ehrlich zu sein sind solche Fische ja nicht das Ziel einer UL-Combo.

Erstes Fazit

Mit der Konger Streeto XUL1852 leistet sich auch die leichteste Rute aus der Streeto-Range eine vernünftige Performance am Wasser und mausert sich zu einer soliden und preiswerten UL-Allroundspinnrute, welche vor allem in Punkto Verarbeitung und im Sinne des Preis-Leistungsverhältnisses zu überzeugen weiß. Vor allem Angler, die in die Welt des ultra leichten Spinnfischens einsteigen wollen, machen mit der Rute keinen Fehler. Für Finesse-Enthusiasten, welche nur Gummiköder anbieten wollen, wäre eine UL-Rute mit SolidTip passender. Aber wer weiß, vielleicht ist ja bei einer vermeintlichen Neuauflage der Streeto-Serie aus dem Hause Konger auch eine solche Rute dabei!

Die Features noch einmal kurz zusammengefasst:

  • fiiligraner Blank mit Nano-Technologie (weniger Harzanteile, mehr Kohlefaser, minimale Klarlackschicht)
  • leichter und minimalistischer Rutenaufbau zur Gewichtsreduzierung
  • progressive Aktion – schnell in der Spitze und unter Last semi-parabolisch
  • in dieser Preisklasse seltener Fuji SKSS/ASH Reelseat mit direktem Blankkontakt
  • leichte SeaGuide Beringung mit SiC-Einlage für geflochtene Schnüre geeignet

Zu erwerben gibt es die Konger Streeto Rutenserie ausschließlich bei Clickbaits.de und deren Händlern & Partnern:

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Langzeiterfahrung

Die Langzeiterfahrung zur Konger Streeto XUL1852 folgt im Sommer 2017 – stay tuned.

2017-06-19T10:22:58+00:00

About the Author:

Marc Kümmel
Marc Kümmel, geboren am 27.12.1988 in der 5-Täler-Stadt Geislingen, wurde das Angeln praktisch in die Wiege gelegt und er ist noch heute voller Tatendrang dabei, sämtlichen Schuppenträgern dieser Welt nachzustellen ;-) !

4 Comments

  1. Lui Summer 13. Oktober 2016 at 19:29 - Reply

    Die Gerte sieht auf jeden Fall sehr schick aus! Gut in Szene gebracht, gefällt mir.

    • Marc Kümmel
      Marc Kümmel 13. Oktober 2016 at 19:52 - Reply

      Danke Lui,

      sieht nicht nur schick aus – kann auch was 😉

  2. Thomas Barwinski 15. Oktober 2016 at 23:29 - Reply

    I like! Ich bin auch ein Fan von dem Rollenhalter. Schöner Bericht Marc 🙂

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